Der von Ana Ilievska kürzlich herausgegebene Sammelband Humanism in the Age of AI: Ethics, Aesthetics, and Social Critique (transcript Verlag, 2026) widmet sich der grundlegenden Frage: Was bedeutet es heute, vom "Menschen" zu sprechen, wenn dieser Begriff zunehmend im Zusammenhang mit der Entwicklung, Anwendung und Regulierung künstlicher Intelligenz verwendet wird? Dieser interdisziplinäre Band unternimmt den Versuch, den Humanismus unter den Bedingungen des KI-Zeitalters neu zu denken. Aus Perspektiven der Ethik, Ästhetik, und Gesellschaftskritik untersuchen die Autor*innen Fragen der Handlungsfähigkeit und Verantwortung, Freiheit und Arbeit, Verkörperung und Kognition, praktischem Wissen, Liebe und Gegenseitigkeit sowie die Art und Weise, wie algorithmische Systeme Bedeutung, Wirklichkeit und Weltlichkeit neu strukturieren. Humanismus erscheint dabei nicht als Doktrin oder Verteidigung der Einzigartigkeit des Menschen, sondern als kritische Praxis der Sorge für eine gemeinsame Welt unter den Bedingungen technologischer Abstraktion.
Der Band enthält Artikel von Pasquale Terraciano (University of Rome Tor Vergata), Paolo Pellecchia (Francisco de Vitoria University), Marco Russo (University of Salerno), Christos Kalpakidis (National and Kapodistrian University of Athens), Oliver Braganza (University of Bonn), Johannes Schultz (University of Bonn), Ginevra Latini (Suor Orsola Benincasa University of Naples), Andrea Sartori (Nankai University), Serge Goriely (University of Louvain), Abhiruchi Ojha (MMAJ Academy of International Studies, Jamie Millia Islamia), Leslie Keerthi Kumar SM (Lady Shri Ram College) und Michael J. Thate (Princeton University/George Washington University), sowie ein Vorwort von Markus Gabriel (University of Bonn), ein Nachwort von Robert Pogue Harrison (Stanford University), eine Einleitung von Ana Ilievska (American University of Beirut-Mediterraneo) sowie einen Überblick Christiane Schäfer's (University of Bonn).
Humanism in the Age of AI ist ab sofort in elektronischer Form verfügbar und kann hier im Open Access heruntergeladen werden. Die gedruckte Ausgabe erscheint Ende des Monats und kann über denselben Link vorbestellt werden.