Call for Papers Conference: Philosophy of Technology and AI. Traditions, Transitions, and Tensions
Die Philosophie der Technik hat sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Traditionen entwickelt, die über téchn, Techniken, technologischen Wandel sowie die Rolle von Technologie bei der Formung von Wissen, Menschsein und sozialen Praktiken und Beziehungen reflektieren. Künstliche Intelligenz ist in jüngerer Zeit zu einer der zentralen technologischen Entwicklungen geworden, die diese Traditionen aufgreift und herausfordert. Anstatt ein völlig neues philosophisches Feld zu bilden, tritt KI in eine bereits vielfältige und reichhaltige techno-philosophische Denklandschaft ein.
Die Konferenz Philosophy of Technology and AI: Traditions, Transitions, and Tensions lädt dazu ein, Künstliche Intelligenz aus Perspektiven der Philosophie der Technik zu untersuchen und zu reflektieren, wie sie grundlegende Fragen nach Technik und Technizität in unterschiedlichen Traditionen, konzeptuellen Übergängen und philosophischen Spannungsverhältnissen neu eröffnet.
Der Titel hebt dabei drei miteinander verbundene Dimensionen dieser Auseinandersetzung hervor:
Traditionen bezeichnen die unterschiedlichen Schulen und Denkrichtungen innerhalb der Philosophie der Technik, die konzeptionelle Rahmen für die Interpretation technologischer Entwicklungen bereitstellen. Diese Traditionen kristallisieren sich häufig um einflussreiche Autor:innen, methodische Ansätze oder intellektuelle Konstellationen in bestimmten philosophischen oder regionalen Kontexten. Ob phänomenologisch, ontologisch, kritisch, feministisch, medienphilosophisch, pragmatistisch oder in den Science and Technology Studies verortet – sie bieten jeweils unterschiedliche Zugänge zum Verständnis von Technologie.
Übergänge (Transitions) beziehen sich auf die konzeptuellen und technologischen Verschiebungen, die mit KI verbunden sind. Entwicklungen wie Machine Learning, generative Modelle und großskalige digitale Infrastrukturen führen dazu, etablierte technikphilosophische Konzepte zu überdenken und stellen die Frage, wie bestehende philosophische Rahmen auf neue technologische Konfigurationen reagieren.
Spannungen (Tensions) verweisen auf konzeptuelle, methodische und normative Differenzen innerhalb der Philosophie der Technik im Umgang mit KI. Dabei trifft KI auf unterschiedliche philosophische Problemhorizonte, darunter ontologische Fragen nach Technik und Sein, Theorien menschlicher–technischer Beziehungen, Reflexionen über Arbeit, Handlung und Automatisierung sowie Ansätze, die Technik in größere ökologische, natürliche oder systemische Zusammenhänge einordnen. Diese unterschiedlichen Ausgangspunkte prägen die jeweiligen Interpretationen und Debatten über KI.
Ziel der Konferenz ist es, diese techno-philosophischen Perspektiven miteinander in Dialog zu bringen und zu untersuchen, wie KI innerhalb, zwischen und über verschiedene Traditionen der Philosophie der Technik hinweg verstanden werden kann.
Mögliche Themen sind unter anderem:
Neuinterpretationen von KI anhand zentraler Figuren der Technikphilosophie
Unterrepräsentierte Traditionen und Stimmen in der Philosophie der Technik und ihr Potenzial zur Neubewertung von KI
Begriffe von Technik und Technizität im Lichte von KI
Kontinuitäten und Diskontinuitäten zwischen KI und früheren Techniken und Technologien
KI und Mensch–Technik-Verhältnisse
Der Status von KI: Objekt, Werkzeug, Milieu, Akteur, Infrastruktur, Partner?
Ontologische Fragen im Zusammenhang mit KI
Phänomenologische Perspektiven auf Leben und Handeln mit KI
Epistemologische Verschiebungen
Konferenzdetails:
Datum: 4.–6. November 2026
Format: 2,5-tägige Konferenz (Mittwoch und Donnerstag ganztägig, Freitag bis Mittag)
Ort: Impulse Haus, Universität Bonn
Konferenzleitung: Dr. Jurgita Imbrasaite
Bestätigte Keynote-Speaker: David J. Gunkel, Toni Loh, Federica Buongiorno
Einreichungsrichtlinien:
Bitte reichen Sie ein Abstract (300–500 Wörter) sowie einen kurzen Lebenslauf (max. 150 Wörter) ein.
Die Einreichung soll als eine PDF-Datei mit dem Titel „Abstract-Submission TTT“ erfolgen.
Einreichungsfrist: 30. April 2026
Benachrichtigung über Annahme: bis 1. Juni 2026
Einreichungen und Rückfragen bitte an: jurgita.imbrasaite@uni-bonn.de